Manuel 2. Januar 2008
Ich persönlich verstehe nicht ganz, was die Mitarbeiter bei StudiVZ machen. Ich will ja niemanden Untätigkeit unterstellen. Wenn man aber die Mitarbeiterzahlen vergleicht, muss man sich das wirklich fragen. Bei Xing arbeiten laut dieser Beschreibung 109 Mitarbeiter, und bei den Lokalisten sind es immerhin 30 Personen. Im StudiVZ-Faktenblatt (übrigens im Pressebereich falsch verlinkt!) wird eine Zahl von 120 genannt. Obwohl sich die Aktualität der Zahlen unterscheidet, nehmen wir mal an, dass das Verhältnis fast gleichbleibt. Folglich hat StudiVZ also 4-mal so viele Mitarbeiter wie die Lokalisten und ein wenig mehr als die XING AG.
Natürlich versucht man bei StudiVZ in Frankreich, Spanien, Italien und Polen Fuß zu fassen und muss Marketing für das SchülerVZ machen. Aber wurden irgendwelche neuen Funktionen auf der Dot.net-Seite eingeführt, die letzte war die Twitter-Funktion im Juni 2007. Bei XING und Lokalisten hat es im letzten Jahr einiges mehr gegeben, wohlgemerkt mit weniger Mitarbeitern.
Mir fallen dafür nur 2 verschiedene Möglichkeiten ein:
1. StudiVZ entwickelt eine komplett neue Plattform
Wenn man über Monate hinweg keine Neuerungen ins eigene (Web-) Produkt integriert, hat man womöglich einen Großteil der Programmierer auf die Entwicklung einer komplett neuen Oberfläche angesetzt. Da man deshalb wieder bei 0 beginnt, wird die alte nur noch nebenbei gewartet (mehr oder weniger). Und Externe sehen auf den ersten Blick keine Veränderung.
Oder…
2. Facebook hat StudiVZ schon gekauft
Nur weiß es noch keiner!
Das wollte man doch bei Holtzbrinck und StudiVZ, oder?
Viele Studenten beklagen sich über die Profilpflege und wollen sich deshalb nirgends mehr anmelden. Dieses Problem könnte man bei Facebook.DE durch den Kauf von StudiVZ lösen.
Man verknüpft die Datenbanken miteinander und lässt die Marke StudiVZ langsam verschwinden: Durch die AGB- und Datenschutz-Änderungen wurde nicht nur Aufsehen erregt, sondern die Marke und das Ansehen geschädigt. Viele Nutzer heißen die Änderungen nicht gut. Darauf hin wurden die Bestimmungen von StudiVZ wieder geändert und die zuständigen Anwälte gefeuert.
Da die meisten Studenten ihre über Monate bzw. Jahre angesammelten Nachrichten, Pinnwandeinträge, Fotoalben und hinzugefügten Freunde nicht löschen wollen, werden sie den StudiVZ-Forderungen wohl oder übel nachgeben.
Irgendwann nach dem 9. Januar 2008 könnte Facebook dann auf einen Schlag über 4 Millionen deutsche Nutzer haben (oder man nimmt optional die 2 Millionen von SchülerVZ auch noch dazu), auf der einen Seite die frühzeitigen Von-StudiVZ-nach-Facebook-Wechsler und auf der anderen Seite die Bei-StudiVZ-Bleiber.
Da die Bei-StudiVZ-Bleiber auch schon den neuen Werbemaßnahmen zugestimmt haben (AGB und Datenschutzregelungen, und zwar die aus Berlin), wird sich nur noch der Name des Social Networks ändern und die rechtlichen Beziehungen zwischen Betreiber und Benutzer bleiben natürlich unverändert bestehen. Und der Sündenbock für die Werbegeldmacherei ist einfach die alte Marke, die sowieso demnächst vom Web2.0-Markt verschwinden würde.
Wäre eine Win-Win-Win Situation für alle 3 Beteiligen: Studenten, StudiVZ und Facebook (außer dem Kaufpreis!)
Wie ähnlich sind die neuen Datenschutzbedingungen von StudiVZ mit der Privacy Policy von Facebook?