Was macht StudiVZ?

Manuel Mittwoch, 2. Januar 2008 um 18:34 Uhr

Ich persönlich verstehe nicht ganz, was die Mitarbeiter bei StudiVZ machen. Ich will ja niemanden Untätigkeit unterstellen. Wenn man aber die Mitarbeiterzahlen vergleicht, muss man sich das wirklich fragen. Bei Xing arbeiten laut dieser Beschreibung 109 Mitarbeiter, und bei den Lokalisten sind es immerhin 30 Personen. Im StudiVZ-Faktenblatt (übrigens im Pressebereich falsch verlinkt!) wird eine Zahl von 120 genannt. Obwohl sich die Aktualität der Zahlen unterscheidet, nehmen wir mal an, dass das Verhältnis fast gleichbleibt. Folglich hat StudiVZ also 4-mal so viele Mitarbeiter wie die Lokalisten und ein wenig mehr als die XING AG.

Natürlich versucht man bei StudiVZ in Frankreich, Spanien, Italien und Polen Fuß zu fassen und muss Marketing für das SchülerVZ machen. Aber wurden irgendwelche neuen Funktionen auf der Dot.net-Seite eingeführt, die letzte war die Twitter-Funktion im Juni 2007. Bei XING und Lokalisten hat es im letzten Jahr einiges mehr gegeben, wohlgemerkt mit weniger Mitarbeitern.

Mir fallen dafür nur 2 verschiedene Möglichkeiten ein:

1. StudiVZ entwickelt eine komplett neue Plattform
Wenn man über Monate hinweg keine Neuerungen ins eigene (Web-) Produkt integriert, hat man womöglich einen Großteil der Programmierer auf die Entwicklung einer komplett neuen Oberfläche angesetzt. Da man deshalb wieder bei 0 beginnt, wird die alte nur noch nebenbei gewartet (mehr oder weniger). Und Externe sehen auf den ersten Blick keine Veränderung.
Oder…

2. Facebook hat StudiVZ schon gekauft
Nur weiß es noch keiner!
Das wollte man doch bei Holtzbrinck und StudiVZ, oder?

Viele Studenten beklagen sich über die Profilpflege und wollen sich deshalb nirgends mehr anmelden. Dieses Problem könnte man bei Facebook.DE durch den Kauf von StudiVZ lösen.
Man verknüpft die Datenbanken miteinander und lässt die Marke StudiVZ langsam verschwinden: Durch die AGB- und Datenschutz-Änderungen wurde nicht nur Aufsehen erregt, sondern die Marke und das Ansehen geschädigt. Viele Nutzer heißen die Änderungen nicht gut. Darauf hin wurden die Bestimmungen von StudiVZ wieder geändert und die zuständigen Anwälte gefeuert.
Da die meisten Studenten ihre über Monate bzw. Jahre angesammelten Nachrichten, Pinnwandeinträge, Fotoalben und hinzugefügten Freunde nicht löschen wollen, werden sie den StudiVZ-Forderungen wohl oder übel nachgeben.

Irgendwann nach dem 9. Januar 2008 könnte Facebook dann auf einen Schlag über 4 Millionen deutsche Nutzer haben (oder man nimmt optional die 2 Millionen von SchülerVZ auch noch dazu), auf der einen Seite die frühzeitigen Von-StudiVZ-nach-Facebook-Wechsler und auf der anderen Seite die Bei-StudiVZ-Bleiber.
Da die Bei-StudiVZ-Bleiber auch schon den neuen Werbemaßnahmen zugestimmt haben (AGB und Datenschutzregelungen, und zwar die aus Berlin), wird sich nur noch der Name des Social Networks ändern und die rechtlichen Beziehungen zwischen Betreiber und Benutzer bleiben natürlich unverändert bestehen. Und der Sündenbock für die Werbegeldmacherei ist einfach die alte Marke, die sowieso demnächst vom Web2.0-Markt verschwinden würde.

Wäre eine Win-Win-Win Situation für alle 3 Beteiligen: Studenten, StudiVZ und Facebook (außer dem Kaufpreis!)

Wie ähnlich sind die neuen Datenschutzbedingungen von StudiVZ mit der Privacy Policy von Facebook?

  • Web
  • 12 Kommentare

12 Reaktionen zu “Was macht StudiVZ?”

  1. Chikatzeam Mittwoch, 2. Januar 2008 um 21:44 Uhr

    Kluge Gedanken!!! :)
    Daß StudiVZ bereits Facebook gehört, wußte ich noch nicht.
    Und erschreckt mich. Ich mag Facebook nämlich nicht.

  2. Davidam Mittwoch, 2. Januar 2008 um 23:21 Uhr

    Das ist eine genannte Möglichkeit und nicht die Wahrheit.
    Was magst Du daran nicht? Ich habe da noch nie Spam in irgendeiner Form bekommen und es ist gratis, im Gegensatz zu Xing, was ich wiederum nicht mag. Ohne Premium Account kann man da kaum was machen, ich finde das wirklich verdammt teuer.

  3. Manuelam Donnerstag, 3. Januar 2008 um 02:39 Uhr

    Nein, StudiVZ gehört Facebook nicht. Wäre nur eine Erklärung, warum sie zur Zeit nichts Neues bringen.

    Welche Netzwerk man gut und schlecht findet, ist wirklich extrem unterschiedlich. Die meisten Portale haben sowohl Fans als auch Hasser.
    Ist schon fast wie bei den Automarken:-)

  4. Stefanam Donnerstag, 3. Januar 2008 um 11:47 Uhr

    Ich denke aber, dass Facebook von der Mehrheit der Studentenschaft positiver gesehen wird als StudiVZ. Ganz einfach deswegen, weil sie Facebook nicht genau kennen und höchstens vielleicht von deren Funktionen positiv überrascht sind.
    Dagegen sind inzwischen nur noch die wenigsten absolut von StudiVZ überzeugt (und die neueste AGB-Affäre hat da ganz gut mitgeholfen…)

  5. bwl zwei null » Die Sache mit den Social Networks…am Donnerstag, 3. Januar 2008 um 12:56 Uhr

    […] Fokus auf Interessen, so dass Drittanbieter hier gut mitmachen könnten. Und weil es gerade passt: Manuel Gruber (von MyAlikes) spekuliert aktuell über StudiVZ. Er hat nämlich festgestellt, dass sich auf deren […]

  6. rapham Donnerstag, 3. Januar 2008 um 19:55 Uhr

    Zuerst hätte ichs ja nicht geglaubt, aber langsam scheint mir die These auch zumindest plausibel, dass StudiVZ tatsächlich Facebook oder jemand anderem gehören könnte, unabhängig davon, ob sie denn nun wirklich wahr ist.
    StudiVZ ist ja über Skandale bekannt geworden, jetzt kommt der nächste, das heißt, es kommt wieder etwas großes Neues bei StudiVZ..

  7. marcam Freitag, 4. Januar 2008 um 13:59 Uhr

    oder der große flopp bei dem nun wirklich alle aussteigen… naja - abwarten :)

  8. ritchieam Dienstag, 29. Januar 2008 um 13:06 Uhr

    Also das wär ja wirklich eine Überraschung; verhält sich zwar definitiv nicht so, aber ich hab mich immer gefragt, warum sich FB nie die Mühe gemacht hat, VZ für den Codeklau zu verklagen… könnte auch daran liegen, dass sie die Seite als Konkurrenz gar nicht ernst nehmen, FB zielt doch in eine sehr andere Richtung ab.

    Und die Erklärung, dass die API “geöffnet” wird, aber nur nach “einzelfallprüfung” ist für mich die ultimative Aufgabeerklärung von VZ.

  9. Manuelam Dienstag, 29. Januar 2008 um 21:15 Uhr

    Es war ja kein Codeklau, sondern nur ein Ideenklau. Deswegen kann man aber keinen verklagen…

  10. Tiloam Samstag, 23. Februar 2008 um 19:24 Uhr

    Die erstgenannte Vermutung scheint wohl eher zuzutreffen:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/102579/from/atom10

  11. Manuelam Sonntag, 24. Februar 2008 um 22:15 Uhr

    Da hast du vollkommen recht. War Ende Januar in den Medien.

  12. studi Mitarbeiteram Mittwoch, 30. Juli 2008 um 21:58 Uhr

    Deine erste Aussage ist richtig! Aber nicht die Oberfläche, sondern der Unterbau wurde ausgetaucht um besser skalieren zu können.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben